Vielseitige Brille, Preis ist in Ordnung (bei PVG)
VORTEILE
- Extrem leicht
- Durch polarisierende Gläser extrem vielseitig
- Hochwertig verarbeitet
- Optisch gelungener Farbmix
- Wechselbare Nasenbügel und Brillengläser
- Rahmenloses Design
NACHTEILE
- UVP 220 € sehr teuer, Preisvergleich 160€
- Preis von Wechselbrillengläsern (50-100 €) empfinde ich als recht teuer
- Viel Verpackung
BEWERTUNG
Anwendungszweck: 2 x 15 km täglich Stadtverkehr; im Sommer unregelmäßig längere Touren (40-100 km), auch über unwegsames Gelände. Ich fahre dabei zwischen 20-30 km/h (i.d.R. Durchschnitt von 23 km/h).
Anforderungen:
Während der Fahrten habe ich oft wechselnde Lichtverhältnisse.
Im Sommer mit starker Sonne, stellen sich so diese Situationen dar:
- Dunkelheit unter Brücken
- wechselnde Lichter zwischen Häusern
- Flache Morgensonne direkt in die Augen (Gegenlicht)
- Wolken
- reflektierendes Licht vom Fluss und flache Sonne
- und natürlich Schutz vor Insekten etc.
Aktuell nutze ich eine normale Sonnenbrille während der Fahrt.
Diese ist grundsätzlich ok, hat aber das große Problem, dass diese sich nicht an die wechselnden Lichtsituation anpasst und zudem nicht das ganze Auge geschützt ist.
So entstehen teilweise gefährliche Situationen, z.B. wenn vor einem auf der Straße ein Auto bremst und das Auge sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt hat.
Auch wenn ich im Wald unterwegs bin beim Graveln, muss man schnell Hindernisse erkennen und ggf. ausweichen. Dies ist bei wechselnden Lichtverhältnissen (Sonne durch Bäume) sehr anstrengend für das Auge.
Bei einstrahlender Sonne von der Seite, muss ich die Augen zusammenkneifen, damit nicht zu viel Licht ins Auge scheint, da meine Sonnenbrille nur vorne schützt.
Erwartungen:
Vor diesem Hintergrund habe ich mich sehr gefreut die polarisierende Radbrille von Koo als Outside Stories Produkttester testen zu können. Die Brille ist Filterkategorie 0-3 mit einer Filterleistung von 87-15%. Diese großer Variation ist möglich, da mittels der polarisierenden Gläser die Brille sich selbst verdunkeln kann.
Ich erwarte von der Brille, dass diese meine Sicht in den verschiedenen Situationen verbessert, bzw. nicht so stark einschränkt wie meine 08/15-Sonnenbrille. Sie sollte bequem sein und nicht drücken, damit man sie bei längeren Touren bestenfalls gar nicht spürt.
Zudem sollte Sie robust sein, so dass man keine Angst haben muss, falls die Brille mal runterfällt.
Für eine UVP von 220 € hoffe ich ist das möglich.
Da noch eine Alpenwanderung anstand, habe ich die Brille für diesen Fall direkt mal zweckentfremdet und unter diesen besonderen Bedingungen zu testen.
Erster Eindruck:
Das Paket von Koo war etwa so groß wie ein Schuhkarton und hat mich mit der Größte etwas überrascht, schließlich geht es nur um eine Sonnenbrille.
„Schuhkarton“ geöffnet und innendrin war dann ein weitere Karton mit der Brille. Das gesamte „Auspackerlebnis“ war schon etwas besonders, lediglich die Schutzhülle für die Brille könnte etwas kompakter ausfallen meiner Meinung nach.
Entgegen den Bildern sind die Brillengläser übrigens nicht rot, sondern eher transparent mit einem leichten Rotstich.
Hat mich etwas überrascht, aber klar, die Brille dunkelt ab bei viel Licht und die Produktfotos werden üblicherweise mit viel Licht erstellt.

Wie funktioniert überhaupt eine polarisierende Brille? Die Gläser einer polarisierenden Brillen sind mit einem speziellen Filter ausgestattet, der das Licht nur in einer bestimmten Richtung durchlässt. Dies bedeutet, dass reflektiertes Licht, das in vielen Fällen als blendend wahrgenommen wird, effektiv reduziert wird.
Dieser Filter blockiert horizontale Lichtwellen, die durch Reflexionen von Wasseroberflächen, nassen Straßen oder anderen glänzenden Flächen entstehen, und lässt gleichzeitig vertikales Licht ungehindert passieren. Das Ergebnis ist eine klarere Sicht ohne störende Blendungen.
Das ganze kann auch partiell geschehen, wenn z.B. der Lichtstrahl nur auf einen Teil der Brille fällt (siehe nächstes Bild):
Wahrnehmung der Farbe:
Die Brillengläser der Koo sind übrigens nicht durchgängig rot, sondern eher transparent mit einem leichten Rotstich. Das bedeutet, dass sie je nach Lichtverhältnissen unterschiedlich wahrgenommen werden. Bei schwachem Licht oder im Schatten erscheinen die Gläser neutral und fast klar, was den Vorteil hat, dass die Sicht nicht unnötig verdunkelt wird.
Erst bei starkem Sonnenlicht oder intensiver Reflexion verdunkeln sich die Gläser und der leichte Rotstich wird deutlicher sichtbar. Dies ist besonders praktisch, da die Brille sich so den wechselnden Lichtverhältnissen anpasst und die Augen optimal schützt, ohne dabei ständig getauscht werden zu müssen.
Stärken und Schwächen:
Die Stärken polarisierender Brillen liegen klar auf der Hand: Sie verbessern die Sicht bei starken Lichtverhältnissen und reduzieren Blendungen, was besonders bei Fahrten entlang von Flüssen oder bei tief stehender Sonne äußerst nützlich ist.
Das schnelle Anpassen der Augen an wechselnde Lichtverhältnisse wird erleichtert, wodurch gefährliche Situationen, wie das plötzliche Bremsen eines Autos vor mir, schneller wahrgenommen werden können.
Allerdings gibt es auch einige Schwächen, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Bei sehr schwachen Lichtverhältnissen oder in der Dunkelheit können polarisierende Brillen die Sicht eher behindern, da sie generell Licht reduzieren. Dies kann besonders bei Fahrten in schattigen Waldgebieten oder unter Brücken problematisch sein. Im Vergleich zu einer durchgehend getragenen Sonnenbrille ist der Punkt aber zu vernachlässigen.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Anpassung der Gläser nicht immer perfekt mit der Geschwindigkeit des Lichtwechsels mithalten kann. Auch der Preis der Koo Brille mit einer UVP von 220 €, kann als Schwäche angesehen werden, da er doch deutlich über dem Preis einer Standard-Sonnenbrille liegt.

Zur Größeneinschätzung bei dem Nasenbügel:
Sowohl meiner Freundin als auch mir passt die Brille gut auf der Nase. Der andere mitgelieferte Bügel ist ein Stück schmaler. Mit Boxernase muss man ggf. eine Nummer größer mit bestellen.
Die Brille ist mit ca. 26 Gramm so leicht, dass man diese nach kurzer Zeit nicht mehr spürt.
Filterleistung im Vergleich zu einer klassischen Sonnenbrille:
Während eine Standard-Sonnenbrille das Licht gleichmäßig reduziert, bietet eine polarisierende Brille einen variablen Schutz je nach Intensität des Lichts. Die Koo Brille beispielsweise hat eine Filterkategorie von 0-3 mit einer Filterleistung von 87-15%. Dies bedeutet, dass sie sich bei starkem Licht bis zu 87% verdunkelt und bei schwachem Licht bis zu 15% des Lichts durchlässt.
Im Vergleich dazu bietet eine herkömmliche Sonnenbrille eine feste Filterkategorie, die in der Regel zwischen 70-90% des Lichts blockiert. Dadurch ist die polarisierende Brille vielseitiger. Ich hatte teilweise das Gefühl dass die Brille sehr viel Sonne initial nicht so gut weggenommen hat. Das liegt daran, dass die Filterleistung zunimmt und nicht sofort bei 87% ist. Zudem ist es gefühlsmäßig ein Unterschied ob eine dauerhafte Filterleistung (Sonnenbrille) oder eine variable Filterleistung da ist.
Fazit:
Ich bin mega zufrieden mit der Brille von Koo.
Diese ist leicht, bequem und macht meine täglichen Radtouren deutlich angenehmer. Während ich bei der Sonnenbrille teilweise überlege, ob ich diese verwende, weil es am Beginn meiner Tour eher schattig ist, habe ich diese Gedanken bei der Alibi Brille nicht. Auch in dunklen Bereichen sehe ich recht gut und in Helleren halt auch.
Die Brille sitzt gut am Kopf und rutscht durch die leicht angerauten Bügel im Ohrenbereich nicht.
Wer in extrem sonnigen Bereichen unterwegs ist, mit wenig wechselnden Lichtverhältnissen, kann sich den Aufpreis für die Polarisierenden Gläser wahrscheinlich sparen. Für alle anderen kann ich dies nur empfehlen und ich bin richtig zufrieden mit der neuen Brille.
Den Part "Runterfallen" habe ich nicht getestet, der Rahmen wird es auf jeden Fall aushalten, aber Kratzer spare ich mir gerne auf den Gläsern.